Bild- und Textbeispiele:

“Erinnerung an Mutter”, 1996

“Zeitzentrifuge”, 1974

“Änigma”, 1996

“Carmina Burana”, 1994

Nachts gluckert mit verhaltener Wonne

Das Wasser in die Regentonne,

röhrt und sprudelt durch das Rohr, -

erreicht mein traumumfang’nes Ohr

als – frohgestimmter Kinderchor!

 

Das Hallen,

wenn im Brunnenschacht

der Riese mit der Riesin lacht!

 

Das Knispeln,

wenn im Buchenlaub

der Maus nach einer Mäusin schaut…

 

Nicht auszudenken

das Malheur,

wenn einem fehlte

das Gehör!

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So glanzlos, dieser Nachmittag –

Will es bald Abend werden?

Der Fluss strömt

Durch die Landschaft hin

und darauf treibt mein Kahn.

 

Manche Landung habe ich versucht,

Weidenzweige greifend,

hab’ mich gemüht, geweint, geflucht.

Das leise gluckernde Wasser

war stärker.  

 

An vielen Weidenzweigen hängen

braunrote Fetzchen

von meinem Herzen.

Aus nahen Gärten höre ich

Singen und Scherzen.

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Dass uns das Leben formt und schleift,

das muss so sein.

Der Mensch bleibt dennoch lebenslang

ein rauer Stein.

Und jeder dieser rauen Steine

schafft mühevoll das Seine:

Wird Baustein oder – Briefbeschwerer,

er wird verehrt – oder Verehrer.

 

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Einst werde auch ich

auf einer Parkbank sitzen,

mit dem Gehstock

im Kies scharren und lächelnd

die kleinen Begebenheiten

vergangener Tage zerpflücken.

 

Zuvor aber

Lasst mich noch

die Spanndrähte prüfen,

den Holzpropeller anwerfen

und den Fluss entlang

über den Auwald fliegend

die Abendsonne grüssen…

Gemeinsam über den Himmel zieh’n –

im Westen goldene Wolkenbänke,

Baum und Haus tief unten

werfen lange Schatten.

 

Wir tanzten im Frühling,

zogen lachend in den Sommer,

mühten uns, suchten das Glück,

hofften, warteten.

 

Mancher nahm Abschied

ohne ein Wort,

Vieles ist gediehen

und einiges verdorrt.

 

Früh fällt von Osten

der Abend in den Nachmittag,

braun sind die Wälder

und schweigen.

 

Gemeinsam über den Himmel zieh’n, -

Im Westen goldene Wolkenbänke,

im Osten schneeiges Blau.

 

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Musik hören

noch nichts von Klängen wissend,

unschuldig träumend hingegeben.

 

Einmal noch glauben können

das Ganze zu sein,

nicht namenloser, vorbestimmter Teil,

ersetzbar und klein.

 

An einem Waldumschlossenen Teich

schweigend, horchend - warten.

Sehen, wie auf grüngläsernem Wasser

gelbe Ahornblätter treiben,

 leuchtend, unbenetzt.

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Alles Duften, alles Blühen,

alles Frieren, alles Glühen

sind für dich vorbei.

Alles Suchen, alles Fragen,

alle Freuden, alle Klagen –

einerlei.

 

Schmaler Straße graues Band

windet sich durch grünes Land,

weiß selber nicht, wohin.

Kuckucksruf in grünen Auen!

Die da rastlos hämmern, bauen, -

kennen sie der Tage Sinn?

 

Bist du im Schweigen der Nacht,

bei Sonnenschein und Frühlingspracht,

manchmal verwundet hier verweilt?

Heute wird dein Grab bereitet!

Morgen, mit Musik begleitet,

wird dir Stille, die dich heilt.

 

Auf einer Ruhebank vor der kleinen Kirche

Maria Geil in Kärnten, am Tag vor einem Begräbnis.